Ratgeber Entrümpelung
Die Entrümpelung und Haushaltsauflösung
Eine Entrümpelung ist kein Transport, sondern eine Trennaufgabe: Alles, was aus der Wohnung geht, muss einer Fraktion zugeordnet werden – verwertbar, Sperrmüll, Holz, Metall, Elektro, Schadstoff. Genau daran hängt der Preis, und genau deshalb geht sie schneller, wenn vorher entschieden ist, was bleibt.
Wie es abläuft
Besichtigung und Bewertung
2 bis 4 Wochen vorher · Dauer: 30 bis 60 Minuten
Vor Ort wird abgeschätzt, wie viel Volumen zusammenkommt, wie es aus dem Haus gelangt und wie hoch der Anteil an Schadstoffen und Elektrogeräten ist. Gleichzeitig wird gesichtet, was noch Wert hat – das senkt über die Wertanrechnung den Preis. Aus diesen drei Größen ergibt sich der Festpreis.
- Alle Räume zeigen, auch Keller, Dachboden, Garage und Gartenhaus.
- Farben, Lacke, Altöl, Batterien und Leuchtmittel ausdrücklich ansprechen.
- Sagen, was auf keinen Fall entsorgt werden darf.
Sichern, was bleiben soll
vor dem Räumungstag · Dauer: ein halber bis ganzer Tag
Das ist der Teil, den niemand abnehmen kann. Dokumente, Fotos, Schmuck, Erinnerungsstücke und alles, was innerhalb der Familie verteilt wird, gehört vorher heraus. In alten Möbeln, Büchern und Schubladen stecken erfahrungsgemäß mehr Papiere und Wertsachen, als die Angehörigen erwarten – im Zweifel lieber zweimal hinsehen.
- Verträge, Versicherungspolicen, Sparbücher, Testamente und Ausweise zuerst.
- Fotoalben und Briefe in eine eigene Kiste, nicht in den allgemeinen Haufen.
- Was einzelne Angehörige übernehmen, vorher markieren und wegbringen.
Der Räumungstag
zum vereinbarten Termin · Dauer: 3 Stunden bis mehrere Tage
Geräumt wird von innen nach außen und dabei sofort getrennt: Verwertbares zur Seite, Sperrmüll, Holz, Metall, Elektro und Schadstoffe jeweils getrennt ins Fahrzeug. Sortiert wird beim Tragen, nicht später am Container – das ist der Grund, warum eine beauftragte Entrümpelung meist ohne Container auskommt.
- Zugang für das Fahrzeug klären, gegebenenfalls Halteverbot beantragen.
- Wenn möglich, beim Start dabei sein und Fragen beantworten.
- Gefundene Dokumente und Wertsachen werden beiseitegelegt, nicht entsorgt.
Entsorgung und Verwertung
am selben oder folgenden Tag · Dauer: mehrere Anfahrten
Jede Fraktion geht an ihre Stelle: Wertstoffhof, Elektroannahme, Schadstoffsammelstelle, Verwertung. Metalle werden eingeschmolzen, Holz weiterverarbeitet, gut erhaltener Hausrat geht in den Gebrauchtmarkt oder an Sozialkaufhäuser. Was noch Wert hat, wird angerechnet und senkt den Preis.
- Auf Wunsch stellen wir einen Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung aus.
- Elektrogeräte vor der Abgabe von persönlichen Daten befreien.
- Kühlgeräte bleiben unbeschädigt, weil sie Kältemittel enthalten.
Besenreine Übergabe
zum Abschluss · Dauer: 30 bis 90 Minuten
Am Ende sind die Räume leer und grob gekehrt, lose Reste und Spinnweben entfernt. Das ist der Zustand, den Mietverträge üblicherweise verlangen. Eine Grundreinigung, gestrichene Wände oder geputzte Fenster gehören nicht dazu und lassen sich bei Bedarf gesondert beauftragen.
- Zustand der leeren Räume fotografieren, bevor Sie übergeben.
- Mit dem Vermieter vorher klären, was er unter besenrein versteht.
- Erst danach den Übergabetermin ansetzen.
Wie viel Zeit Sie einplanen sollten
| Umfang | Zeit vor Ort | Vorlauf |
|---|---|---|
| Einzelne Gegenstände oder kleiner Keller | 1–3 Stunden | wenige Tage |
| Ein Zimmer, Dachboden oder Garage | 3–5 Stunden | 1 Woche |
| Wohnung mit 2–3 Zimmern | 1 Tag | 1–2 Wochen |
| Komplette Haushaltsauflösung | 1–3 Tage | 2–4 Wochen |
| Stark vollgestellte Wohnung | 2–5 Tage | 2–4 Wochen |
Die Zeit vor Ort hängt weniger von der Quadratmeterzahl ab als von Zugang, Etage und Verdichtung. Ein vollgestellter Kellerraum im Hinterhof kann aufwendiger sein als eine leergeräumte Dreizimmerwohnung im Erdgeschoss. Der Vorlauf gilt ab Auftragserteilung.
Typische Fehler
Erst räumen, dann suchen
Was einmal im Fahrzeug liegt, kommt nicht zurück. Dokumente und Erinnerungsstücke gehören vor dem Räumungstag heraus, nicht während.
Ohne Absprache in der Erbengemeinschaft beauftragen
Ein einzelner Erbe kann über gemeinsames Eigentum nicht allein entscheiden. Eine Räumung ohne Zustimmung aller ist der Anfang eines langen Streits.
Schadstoffe verschweigen
Farben, Altöl und Batterien tauchen fast immer auf. Werden sie erst am Räumungstag entdeckt, fehlt die Zeit für den Weg zur Annahmestelle – und der Termin verschiebt sich.
Nach Quadratmetern kalkulieren lassen
Der Preis hängt am Volumen und am Zugang, nicht an der Wohnungsgröße. Ein Angebot, das nur nach Quadratmetern fragt, ist keine Kalkulation, sondern eine Schätzung.
Auf den Beleg verzichten
Wer sehr günstig entsorgt und keine Nachweise liefert, entsorgt womöglich nicht dort, wo er sollte. Verantwortlich bleibt am Ende der Auftraggeber.
Die Kündigungsfrist zu spät prüfen
Die Miete läuft weiter, bis die Wohnung übergeben ist. Bei Nachlässen kostet jeder Monat Verzögerung eine volle Monatsmiete.
Woran sich entscheidet, ob es einfach oder schwierig wird
Zugang und Etage
erhöht den Aufwand deutlich
Alles muss nach unten getragen werden, und anders als beim Umzug ist es viel und unhandlich. Ein Dachboden ohne Treppe, ein Keller mit engem Gang oder ein Hinterhof ohne Zufahrt verlängern eine Räumung um Stunden.
Menge und Verdichtung
bestimmt den Preis maßgeblich
Entscheidend ist nicht die Wohnungsgröße, sondern wie dicht sie gefüllt ist. Zwei Zimmer bis zur Decke gestapelt ergeben mehr Volumen als vier normal möblierte – und Volumen ist der Posten, der bezahlt wird.
Anteil an Schadstoffen
erhöht Aufwand und Entsorgungskosten
Farben, Lacke, Lösemittel, Altöl, Batterien und Leuchtstoffröhren müssen getrennt gesammelt und bei einer zugelassenen Stelle abgegeben werden. In Kellern und Garagen findet sich davon fast immer etwas, oft in Behältern ohne Etikett.
Wertgegenstände und Fundstücke
senkt den Preis, kostet aber Zeit
Alles, was noch Wert hat, wird angerechnet – das verlangt aber, jedes Stück anzusehen statt es einfach wegzuwerfen. Bei Nachlässen ist genau das der springende Punkt: Zwischen Altpapier liegen regelmäßig Dokumente und Bargeld.
Erbengemeinschaft
erhöht den Abstimmungsaufwand
Solange der Nachlass mehreren gemeinsam gehört, kann ein Einzelner die Räumung nicht im Alleingang beauftragen. Erst Einigung, dann Termin – sonst wird etwas ausgeräumt, worüber später gestritten wird.
Termindruck durch den Mietvertrag
schränkt die Planung ein
Die Miete läuft weiter, bis die Wohnung übergeben ist. Dieser Druck ist bei Nachlässen der eigentliche Taktgeber und der Grund, warum die Kündigungsfrist als Erstes geklärt gehört.
Schimmel, Ungeziefer oder starke Gerüche
erfordert zusätzliche Gewerke
Solche Wohnungen brauchen Schutzausrüstung, mehr Personal und manchmal anschließend eine Desinfektion oder Sanierung. Das ist ein eigener Auftrag und gehört getrennt beauftragt, nicht nebenbei erledigt.
Was Sie vorher erledigen sollten
Dokumente und Persönliches sichern
Der einzige Schritt, den niemand für Sie übernehmen kann.
- Verträge, Policen, Sparbücher, Ausweise und Testamente zuerst heraussuchen.
- Schubladen, Bücher und Manteltaschen durchsehen – dort liegt erfahrungsgemäß das meiste.
- Fotos, Briefe und Erinnerungsstücke in eine eigene Kiste, deutlich markiert.
- Digitale Geräte einsammeln und Daten sichern, bevor sie in den Elektroschrott gehen.
Innerhalb der Familie klären
Alles, was strittig sein könnte, gehört vor den Räumungstag.
- Gemeinsamen Rundgang machen und mit Fotos festhalten, was wohin geht.
- Bei Erbengemeinschaften eine schriftliche Zustimmung aller Beteiligten einholen.
- Übernommene Stücke vorher wegbringen, nicht am Räumungstag beiseitestellen.
- Kündigungsfrist der Wohnung prüfen, sie bestimmt den Zeitplan.
Zugang und Logistik
Je kürzer der Weg zum Fahrzeug, desto günstiger die Räumung.
- Halteverbotszone beantragen, wenn vor dem Haus nicht sicher ein Platz frei ist.
- Schlüssel für alle Räume bereithalten, auch für Keller, Dachboden und Garage.
- Hausverwaltung und Nachbarn über den Termin informieren.
- Wenn möglich, beim Beginn anwesend sein und Rückfragen beantworten.
Nachweise und Abschluss
Was Sie danach in der Hand haben sollten.
- Nachweis über die ordnungsgemäße Entsorgung anfordern, wenn Vermieter oder Nachlassgericht ihn braucht.
- Die leeren Räume vor der Übergabe fotografieren.
- Rechnung aufheben – auch Entrümpelungskosten sind unter Umständen steuerlich relevant.
Woran am Ende alle denken müssen
In alten Möbeln steckt Papier
Sparbücher, Versicherungsscheine und Bargeld tauchen bei Haushaltsauflösungen regelmäßig zwischen Wäsche, in Büchern und hinter Schubladen auf. Wer die Wohnung ungesehen räumen lässt, wirft solche Dinge mit weg.
Laufende Verträge kündigen
Strom, Gas, Telefon, Zeitungsabo, Versicherungen, Vereinsmitgliedschaften und der Rundfunkbeitrag laufen weiter, bis jemand sie kündigt. Bei einem Todesfall gelten dafür teils besondere Fristen und Nachweise.
Sperrmüll ist nicht dasselbe wie Entrümpelung
Die Stadt holt Sperrmüll günstig ab – aber vom Bordstein, nach Termin und mit Mengengrenze. Elektro, Bauschutt und Schadstoffe sind ausgenommen. Wer nicht selbst tragen kann, braucht die Firma.
Wertanrechnung vorher besprechen
Was noch Wert hat, senkt den Preis. Das gilt nicht nur für Möbel, sondern auch für Metalle, Werkzeug und alte Technik. Bewertet wird bei der Besichtigung, nicht am Räumungstag.
Der Nachweis für Dritte
Vermieter, Nachlassgericht, Betreuer und Erbengemeinschaften verlangen häufig einen Beleg über die ordnungsgemäße Entsorgung. Fragen Sie danach vor dem Auftrag – nachträglich lässt sich das nicht mehr belegen.
Daten auf Geräten
Auf Rechnern, Fernsehern, Routern und Smartphones stehen persönliche Daten. Löschen oder Festplatte ausbauen, bevor die Geräte in die Elektroannahme gehen.
Der Zustand nach der Räumung
Besenrein heißt leer und gekehrt, nicht renoviert. Ob Ihr Mietvertrag mehr verlangt, klären Sie vorher – sonst steht die Frage erst bei der Übergabe im Raum.
Häufige Fragen dazu
Weiter im Ratgeber
Umzugscheckliste: Wann was zu tun ist
Der Zeitplan zum Abhaken: zehn Phasen von der Kündigung drei Monate vorher bis zur Ummeldung nach dem Einzug.
Ratgeber: Der Wohnungsumzug
Neun Schritte von der Kündigung bis zur Übergabe – mit dem Zeitbedarf, den jeder einzelne wirklich hat.
Ratgeber: Der Einzeltransport mit dem Lastentaxi
Sofa, Waschmaschine, Möbelhauseinkauf: vier Angaben genügen, häufig noch am selben oder nächsten Tag.
Ein Begriff unklar?
Beiladung, Lademeter, besenrein, Obhutshaftung: Im Glossar stehen die Fachbegriffe rund um Umzug, Entrümpelung und Transport erklärt – von A bis Z.