Ratgeber Umzugscheckliste
Zehn Phasen bis zum Einzug
Die Reihenfolge ist wichtiger als die einzelnen Punkte. Wer zuerst kündigt und erst danach die Umzugsfirma sucht, hat den Termin schon verloren, bevor er angefragt hat. Was in jedem Schritt konkret passiert und wie lange er dauert, steht im Ratgeber zum Wohnungsumzug.
3 Monate vorher
Fristen setzen, bevor sie Sie setzen
- Kündigungsfrist im Mietvertrag nachlesen und den spätesten Kündigungstermin im Kalender markieren.
- Kündigung schriftlich verfassen, von allen im Vertrag stehenden Mietern unterschreiben lassen und per Einschreiben verschicken.
- Wenn der Umzug beruflich veranlasst ist: mit dem Arbeitgeber klären, ob und welche Kosten übernommen werden.
- Bei Bezug von Bürgergeld: Zusicherung des Jobcenters einholen, bevor Sie kündigen oder den neuen Vertrag unterschreiben.
- Prüfen, ob Übergabetermin der alten und Einzugstermin der neuen Wohnung zusammenpassen oder eine Zwischenlagerung nötig wird.
8 Wochen vorher
Firma auswählen und Termin sichern
- Zwei bis drei Umzugsfirmen zur kostenlosen Besichtigung einladen – auch Keller, Dachboden, Garage und Balkon zeigen.
- Angebote vergleichen: Steht ein verbindlicher Festpreis darin oder ein Stundensatz ohne Obergrenze?
- Prüfen, welche Leistungen enthalten sind: Verpackungsmaterial, Möbelmontage, Halteverbot, Entsorgung von Altmöbeln.
- Termin verbindlich buchen. Monatsende, Monatsanfang und die Ferienzeiten sind zuerst ausgebucht.
- Urlaub für den Umzugstag und den Tag danach beantragen.
- Wenn Kinder oder Haustiere mitziehen: Betreuung für den Umzugstag organisieren.
6 Wochen vorher
Ausmisten, solange noch Zeit dafür ist
- Raum für Raum durchgehen und entscheiden: mitnehmen, verkaufen, verschenken, entsorgen.
- Was verkauft werden soll, jetzt einstellen – in der letzten Woche findet sich kein Käufer mehr.
- Sperrmülltermin bei der Stadt anmelden oder die Entrümpelung mit der Umzugsfirma zusammen beauftragen.
- Keller, Dachboden und Garage zuerst leeren. Dort steht erfahrungsgemäß am meisten und wird am längsten aufgeschoben.
- Umzugskartons, Packpapier und Klebeband besorgen oder beim Umzugsunternehmen bestellen.
4 Wochen vorher
Verträge und Adressen
- Strom, Gas und Internet für die neue Adresse anmelden oder ummelden – gerade beim Internetanschluss sind mehrere Wochen Vorlauf normal.
- Nachsendeauftrag bei der Post stellen.
- Adressänderung an Bank, Versicherungen, Krankenkasse, Arbeitgeber, Vereine und Abonnements schicken.
- Bei Kindern: Ummeldung von Schule oder Kita anstoßen.
- Mit dem Packen beginnen – erst alles, was in den nächsten Wochen nicht gebraucht wird.
- Jeden Karton auf der Seite beschriften: Raum und Inhalt. Nicht auf dem Deckel, den sieht man im Stapel nicht.
2 Wochen vorher
Zugang und Genehmigungen
- Halteverbotszone für beide Adressen beantragen, wenn das nicht die Umzugsfirma übernimmt.
- Nachbarn in beiden Häusern über den Umzugstag informieren – im Zweifel per Aushang im Hausflur.
- Aufzug in beiden Häusern prüfen und, falls nötig, bei der Hausverwaltung reservieren.
- Falls die Küche mitkommt: Termin für Demontage und Anschluss vereinbaren.
- Wertsachen, Dokumente, Schmuck und Bargeld getrennt zusammenstellen – die nehmen Sie selbst mit.
- Renovierungs- oder Reinigungsarbeiten in der alten Wohnung planen und Material besorgen.
1 Woche vorher
Alles auf einen Punkt bringen
- Prüfen, ob die Halteverbotsschilder stehen, und sie mit Datum fotografieren.
- Kühlschrank und Gefriertruhe leeren und abtauen – das braucht länger, als alle denken.
- Waschmaschine abklemmen und die Transportsicherung einsetzen. Ohne Sicherung nimmt die Trommel Schaden.
- Restliche Kartons packen, nur das Nötigste bleibt offen.
- Eine Kiste für den ersten Abend packen: Werkzeug, Kaffee, Toilettenpapier, Handtücher, Bettzeug, Ladekabel, Medikamente.
- Mit der Umzugsfirma den Ablauf und die Uhrzeit noch einmal telefonisch bestätigen.
- Möglichst früh mit dem Packen fertig sein, damit ein Puffertag bleibt.
Der Tag davor
Nichts mehr anfangen, nur noch abschließen
- Restliche Möbel demontieren, sofern das nicht die Firma übernimmt.
- Wege in beiden Wohnungen frei räumen: Flur, Treppenhaus, Zugang zum Fahrzeug.
- Empfindliche Böden und Türzargen mit Pappe oder Decken abdecken.
- Schlüssel für die neue Wohnung besorgen, falls noch nicht geschehen. Ohne Schlüssel steht das Team vor der Tür.
- Handy laden, Telefonnummern der Firma und des Vermieters griffbereit haben.
- Früh schlafen gehen. Der Umzugstag beginnt in aller Regel um sieben.
Umzugstag
Da sein, zeigen, entscheiden
- Vor dem Beladen kurz mit dem Team durch die Wohnung gehen und zeigen, was mitkommt und was nicht.
- Empfindliche und wertvolle Stücke ausdrücklich benennen.
- Zählerstände in der alten Wohnung ablesen und fotografieren.
- Am Zielort sagen, welcher Karton in welches Zimmer soll – die Beschriftung nimmt Ihnen das ab.
- Große Möbel gleich an den endgültigen Platz stellen lassen. Zweimal rücken kostet Zeit und Nerven.
- Getränke bereitstellen und selbst nicht mittragen. Sie werden zum Entscheiden gebraucht, nicht zum Schleppen.
- Vor dem Abfahren die alte Wohnung noch einmal komplett kontrollieren, Schrank für Schrank.
Die ersten Tage danach
Übergabe und Schäden
- Alte Wohnung besenrein hinterlassen und den Übergabetermin wahrnehmen.
- Übergabeprotokoll gemeinsam ausfüllen, Zählerstände eintragen, alle Schlüssel zählen und übergeben.
- Jeden Raum vor der Übergabe fotografieren – das ist Ihr Beleg, wenn über die Kaution gestritten wird.
- Umzugsgut auspacken und dabei auf Schäden prüfen. Transportschäden müssen kurzfristig gemeldet werden, sonst verfällt der Anspruch.
- Möbel und Geräte auf Funktion prüfen, bevor die Kartons weggeräumt sind.
Innerhalb von zwei Wochen danach
Behörden und der Rest der Welt
- Beim Meldeamt ummelden. Dafür brauchen Sie Ausweis und die Wohnungsgeberbestätigung des Vermieters.
- Termin beim Meldeamt frühzeitig buchen – in vielen Städten sind Wochen Wartezeit normal.
- Rundfunkbeitrag ummelden, damit nicht zwei Wohnungen parallel abgerechnet werden.
- Fahrzeug ummelden, falls sich der Zulassungsbezirk ändert.
- Zählerstände an die Versorger melden und die Schlussrechnung der alten Wohnung prüfen.
- Kaution im Blick behalten: Kommt nach der üblichen Prüffrist nichts, schriftlich mit Frist anfordern.
- Neue Adresse bei allen nachtragen, deren nachgesendete Post im Briefkasten landet.
Weiter im Ratgeber
Ratgeber: Der Wohnungsumzug
Neun Schritte von der Kündigung bis zur Übergabe – mit dem Zeitbedarf, den jeder einzelne wirklich hat.
Ratgeber: Entrümpelung und Haushaltsauflösung
Von der Bewertung über den Räumungstag bis zur besenreinen Übergabe – und was vorher gesichert gehört.
Ratgeber: Der Einzeltransport mit dem Lastentaxi
Sofa, Waschmaschine, Möbelhauseinkauf: vier Angaben genügen, häufig noch am selben oder nächsten Tag.
Ein Begriff unklar?
Beiladung, Lademeter, besenrein, Obhutshaftung: Im Glossar stehen die Fachbegriffe rund um Umzug, Entrümpelung und Transport erklärt – von A bis Z.